Offener Brief

Veröffentlicht am 03.11.2008 in Landespolitik

Offener Brief an Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Everts

Jetzt seid mal ehrlich: Euer Gewissen hat sich doch nicht heute morgen beim Betreten des Landtags gemeldet? Wer soll euch das denn abnehmen? Was habt ihr eigentlich die letzten acht Monate gemacht? Ihr habt an Parteitagen teilgenommen, an Regionalkonferenzen. Ihr habt bei Probeabstimmungen für Andrea gestimmt. Jürgen, du hast maßgeblich bei den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen mitgewirkt. Wo war da euer Gewissen? Noch am Samstag, bei dem Parteitag in Fulda, hättet ihr die Gelegenheit gehabt, es den Delegierten zu präsentieren. Aber ihr habt es vorgezogen, zu schweigen. Das war und ist mehr als schäbig.

Was ist eigentlich passiert? Wir alle sind doch angetreten, diesen unsäglichen Roland Koch in die Wüste zu schicken. Wolltet ihr das nicht auch? Wolltet ihr nicht auch endlich wieder eine gute Politik für Hessen? Mehr Bildung, mehr Umwelt, mehr Soziales. Das wollten wir alle. Ihr jetzt plötzlich nicht mehr?

Ich weiß nicht, wie lange ihr schon in der SPD seid. Ich bin es seit über dreißig Jahren. Und nie ist es mir in diesen über dreißig Jahren gelungen, meine Vorstellungen politisch 1 zu 1 umzusetzen. So ist eben Politik. Nach Diskussionen folgen Kompromisse und man wartet auf die nächste Gelegenheit, sich für seine Vorstellungen einzusetzen. Aber wenn man sich nicht durchsetzen kann, zerlegt man nicht anschließend die eigene Partei. Und genau das habt ihr Heute getan.

Ihr seid nicht wegen eurer schönen Augen in den Landtag gewählt worden. Ihr seid nicht die tollen Überflieger, für die ihr euch jetzt haltet. Ihr seid gewählt worden, um in Hessen die Politik umzusetzen, für die ganz besonders Andrea Ypsilanti steht. Und die ganz überwiegende Mehrheit der Hessen-SPD! Wenn ihr das nicht (mehr) könnt oder wollt, wenn ihr mit der SPD nicht mehr könnt oder wollt.....bitte, verlasst diese Partei. Bitte gebt euer Mandat zurück an diejenigen, denen ihr es zu verdanken habt. Den Wählerinnen und Wählern der SPD. Ihr hattet über acht Monate Zeit. Ihr habt sie nicht genutzt.

Nutzt jetzt die Gelegenheit, nachdem ihr euer Gewissen gefunden habt, reinen Tisch zu machen. Ich fordere endlich Solidarität von euch. Die Partei hat sich euch gegenüber immer solidarisch gezeigt. Zeigt euch jetzt solidarisch gegenüber der SPD und verlasst sie. Unsere gemeinsame politische Heimat ist das nicht mehr.

Klaus Hofmann
SPD-Ortsverein Allendorf (Eder)
Vorsitzender

PS: Wer, wie ihr, von CDU, FDP und den einschlägigen Medien gelobt wird, sollte sich wirklich ernsthaft überlegen, ob er/sie noch in der richtigen Partei ist.

Und bedenkt auch: Den Verrat lieben alle, den Verräter liebt niemand!

 
 

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