Haushalt 2026
Der Haushaltsplan 2026 stellt die Gemeinde Allendorf vor große Herausforderungen. Trotz sinkender Einnahmen werden wichtige Investitionen auf den Weg gebracht, gleichzeitig schrumpfen die finanziellen Spielräume deutlich. Für die SPD-Fraktion war daher klar: Eine Zustimmung zum Haushalt kann es nur nach intensiver Prüfung, kritischem Hinterfragen und offener Diskussion geben.
Im Rahmen der Haushaltsklausur sowie in den Ausschusssitzungen hat sich die SPD ausführlich mit dem Zahlenwerk befasst. Dabei ging es nicht um parteipolitische Profilierung, sondern um verantwortungsvolle Kommunalpolitik – im Interesse aller Ortsteile und mit Blick auf die kommenden Jahre. Die Investitionen in Verwaltung, Feuerwehr und Dorfgemeinschaft stärken die Gemeinde langfristig, verlangen aber zugleich ein hohes Maß an finanzieller Disziplin.
Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion dem Haushalt 2026 zugestimmt. Die Zustimmung erfolgt bewusst und mit dem klaren Anspruch, die Handlungsfähigkeit der Gemeinde auch in Zukunft zu sichern.
Rede von Christopher Ostrowski
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
liebe Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter,
von Arbeitsgeräten für das Gärtnerteam bis zu Salzsilos in Bromskirchen: Wer diesen Haushalt liest, merkt schnell – trotz sinkender Einnahmen bleibt die Gemeinde Allendorf handlungsfähig. Gleichzeitig ist es unsere Pflicht, nicht nur die Hand zu heben, sondern genau hinzusehen.
Die SPD-Fraktion hat sich im Rahmen ihrer Haushaltsklausur intensiv mit dem Haushaltsplan beschäftigt. Das Ergebnis waren zahlreiche Fragen – nicht aus Prinzip, sondern als Teil verantwortungsvoller Kommunalpolitik. Diese Fragen wurden in der letzten Ausschusssitzung ausführlich und teils leidenschaftlich diskutiert.
An dieser Stelle danken wir der Verwaltung und den Fachleuten für die Beantwortung unserer Fragen. Denn nur durch diesen offenen Dialog können wir als Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter Ausgaben erklären – und unseren Mitmenschen gegenüber auch rechtfertigen.
Der Haushalt zeigt deutlich: Die Gemeinde investiert in sämtliche Bereiche, sodass kein Ortsteil zu kurz kommt. 6,8 Millionen Euro für die Rate zum Neubau des Bürgerhauses und die Erweiterung der Verwaltung, rund 1 Million Euro für Fahrzeuge der Feuerwehren, 1,8 Millionen Euro für das Dorfgemeinschaftshaus in Haine. Das sind Summen, von denen andere Kommunen vergleichbarer Größe nur träumen können. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass unsere Verwaltung handlungsfähig bleibt, die Feuerwehr im Ernstfall rechtzeitig vor Ort ist und der soziale Zusammenhalt gestärkt wird.
Dennoch müssen wir uns zunehmend an eine unbequeme Frage gewöhnen: Können wir uns das überhaupt noch leisten?
Die Investitionen werden primär überwiegend von den guten Jahren zuvor finanziert. Die Prognose für die nächsten Jahre, sieht alles andere als rosig aus. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass in diesem Jahr keine Änderungsanträge mit zusätzlichen Ausgaben vorliegen. Wirft man einen Blick in die Zukunft, könnten die kommenden Haushalte unter der Überschrift „Raus aus den Schulden“ stehen, sofern sich die wirtschaftliche Situation der Gemeinde nicht verbessert. Aus diesem Grund müssen wir auch bei den Personalkosten sehr umsichtig handeln. Personalausgaben sind keine Stellschraube, die sich kurzfristig drehen lässt, sondern Entscheidungen, die uns über viele Jahre begleiten.
Die zukünftige Gemeindevertretung wird es finanziell nicht leichter haben. Ein möglicher Weg kann die interkommunale Zusammenarbeit sein, von der alle Gemeinden im oberen Edertal profitieren.
Die SPD-Fraktion blickt mit Sorge auf die finanzielle Entwicklung, erkennt aber zugleich an, dass die getätigten Investitionen unsere Gemeinde langfristig stärken. Dementsprechend stimmen wir dem Haushalt zu.