Haushalt 2013 verabschiedet

Veröffentlicht am 31.01.2013 in Kommunalpolitik

Die Rede des Fraktionsvorsitzenden der SPD, Klaus Hofmann, zur Verabschiedung des Haushalts 2013:

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,

der vom Gemeindevorstand erarbeitete Haushaltsentwurf 2013 kommt einerseits ziemlich unspektakulär daher, enthält aber dennoch wichtige Projekte.

Die größeren Posten im investiven Bereich sind

  • die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses in Allendorf und der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Rennertehausen
  • Neubau des Kindergartens in Rennertehausen
  • Grunderwerb für den Bau eines Seniorenzentrums und für das Baugebiet Steinfeld in Battenfeld
  • Endausbau der Sudetenstraße mit Wasser- und Kanalanschlüssen, des Kreisels B 236/B 253
  • Erneuerung der Wasserleitungen in einigen Straßen in Battenfeld.

Das sind alles Punkte, die der Beschlusslage der Gemeindevertretung entsprechen und mit denen zum Teil bereits in 2012 begonnen worden ist. Also, wie gesagt, ziemlich unspektakulär.

Der Schuldenstand wird weiter kontinuierlich abgebaut und wird zum Ende des Haushaltsjahres wahrscheinlich unter 5 Mio Euro liegen. Wir hätten uns zwar gefreut und es auch unterstützt, wenn die geplante Sondertilgung von 900 000 Euro zum Tragen gekommen wäre. Aber was nicht ist, kann ja vielleicht spätestens nächstes Jahr noch werden. Immerhin zahlen wir so immer noch 185.850 € an Zinsen, die wir sicher alle gern für andere Zwecke einsetzen würden.

Die Gebührenhaushalte sind leider nicht alle ausgeglichen. So steigt das Defizit im Wasserhaushalt von 40.558 in 2011 über 75.580 € in 2012 auf 111.911 € in 2013. Im Abwasserbereich ist erstmals nach zwei Verlustjahren ein kleiner Überschuss zu verzeichnen. Die Müllentsorgung verzeichnet einen kleinen Verlust. Bei all diesen Positionen sind  Gemeindevorstand und Verwaltung gefordert, diese Teilhaushalte ständig im Auge zu behalten und lenkend einzugreifen, wenn sie aus dem Ruder zu laufen drohen.

Bedenklich ist auch, dass der Finanzmittelbestand, also der Betrag, den die Gemeinde Allendorf auf dem Konto als flüssige Mittel hat, am Ende des Jahres 2013 nach dem vorliegenden Entwurf nur noch 87.568 € betragen wird. Das heißt, wenn der Haushalt so wie vorgesehen komplett umgesetzt wird, ist das Geld alle. Auch diesen Umstand gilt es vom Gemeindevorstand und der Verwaltung zu beobachten und ggf. durch Verlagerung und Streckung von Ausgaben in das nächste Jahr gegenzusteuern.

Alles in allem schließt der vorliegende Entwurf aber dennoch mit einem Überschuss von 450.198 € ab. Das ist angesichts des Volumens von 21.701.595 € zwar kein gewaltiger Betrag und entspricht einer „Umsatzrendite“ – um in der Sprache der doppelten Buchführung, neudeutsch „Doppik“ genannt, zu bleiben – von lediglich 2,07 %. Aber die Gemeinde Allendorf hat das, was viele Kommunen im Landkreis, in Hessen und in der Bundesrepublik – und auch die Bundesländer und die Bundesrepublik selbst - nicht haben: Einen ausgeglichen Haushalt mit einem bescheidenen Überschuss und ohne Neuverschuldung. Darüber können wir froh sein. Und dafür bedanken wir uns bei der heimischen Wirtschaft, die uns das durch ihre Steuerkraft ermöglicht.

Jetzt noch ein paar Worte zu den Änderungsanträgen von CDU/BLO:

  • Verpflichtungsermächtigung Neubau Kindergarten Rennertehausen: Es war Konsens zwischen den Fraktionen, den Kindergartenneubau auf zwei Jahre zu strecken. Das ist der Plan und der Auftrag an den Gemeindevorstand. Insofern ist der Antrag nicht so wirklich nachvollziehbar. Aber so kann man sich halt nochmal darstellen, bitte schön.
  • Reduzierung des Ansatzes für Innerrenovierung und Instandhaltung Bürgerhaus auf 0 €: Es scheint ein großes Misstrauen der beiden Fraktionen gegen dem von ihnen mehrheitlich besetzten Gemeindevorstand zu bestehen. Sie trauen diesem Gremium offenbar nicht zu, verantwortlich mit den Geldern der Gemeinde umzugehen und wollen es in seiner Handlungsfähigkeit beschneiden. Unser Vorschlag, den Gemeindevorstand zunächst das Ergebnis seiner geplanten Überprüfung der möglicherweise erforderlichen Maßnahmen vorstellen zu lassen und dann ggf. die Mittel freizugeben oder nicht, überfordert Sie anscheinend. Wir vermuten, das Wort Kompromiss kommt in Ihrem Wortschatz nicht vor. Schade.
  • Investitionsprogramm 2014, Bürgerhausmodernisierung, -umbau: Kann man drüber nachdenken, schadet auch nicht, wenn es da drin steht. Ob es realisierbar ist, bleibt abzuwarten.
  • Investitionsprogramm 2014 und 2015, Trennwand Sport- und Kulturhalle Battenfeld: Das wurde bereits mehrfach diskutiert und mehrfach aus finanziellen und funktionellen Gründen vom Gemeindevorstand abgelehnt. Dazu zitieren wir den Bürgermeister in der Sitzung der Ausschüsse sinngemäß.“Das will die Mehrheit der Einwohner von Battenfeld nicht, das wollen nur ein paar einzelne Vertreter der BLO.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

Meine Damen und Herren, die SPD-Fraktion wird dem vom Gemeindevorstand vorgelegten Haushaltsentwurf zustimmen.

Der Verwaltung legen wir abschließen noch nahe, die Software zur Erstellung des Haushalts so umzustellen bzw. umstellen zu lassen, dass auf den ersten Blick und auf jeder Ebene ersichtlich ist, ob die Ergebnishaushalte Gewinne oder Verluste fahren. Dazu gehört es, Verluste mit einem Minuszeichen zu versehen und Überschüsse positiv darzustellen und nicht umgekehrt.

Vielen Dank.

 
 

Mitmachen, jetzt Farbe bekennen!

Newsticker

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de

Wir gehören dazu:

www.websozis.de

Der Server für Sozis:

www.soziserver.de