Inklusion muss in den Köpfen und im Herzen der Gesellschaft ankommen

Veröffentlicht am 08.02.2018 in Ortsverein

Gruppenbild - Lebenshilfe

Mit vielen Fragen im Gepäck besuchte eine Delegation der SPD Allendorf (Eder) die Lebenshilfe-Werkstatt in Allendorf (Eder)

„Ich bin immer wieder beeindruckt, wie vielfältig das Arbeitsangebot in der Werkstatt und wie positiv die Arbeitsatmosphäre ist“, sagte  der SPD-Vorsitzende Friedhelm Jakobi.

Die Werkstatt, eine Zweigwerkstatt der Frankenberger Werkstätten,  ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil im Ortskern der Gemeinde. Mit 22-24 Mitarbeitern sei die Werkstatt voll belegt, in der Hauptsache werden Montage- und Verpackungsarbeiten angeboten. Daneben gibt es einen Kunstgewerbebereich, in dem hauptsächlich Holzsägearbeiten für die Basare erstellt werden.

Frank Junghenn, Sozialer Dienst, erläuterte die rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei ergab sich eine interessante Diskussion zum Thema Inklusion. Die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt laufe über Praktika und Beschäftigungsverträge recht gut, dennoch komme es noch viel zu wenig zu festen Übernahmen. Jakobi ergänzt, dass die Gemeinde Allendorf hier mit gutem Beispiel voran gehe, da sie zwei Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt habe.

„Gesellschaftlich ist die Inklusion noch nicht angekommen“ sagt Junghenn. „Es ist eine ethische Frage, wie ich mit behinderten, älteren und schwächeren Menschen umgehe. Wir müssen weg kommen von Mensch mit Behinderung zu Mensch.“

Nach wie vor gebe es viele Neuaufnahmen, so dass die Zukunft der Werkstatt, auch in Allendorf, in den nächsten Jahren gesichert sei.

Beim Rundgang erfuhren die Besucher, welche Themen vor Ort die Mitarbeiter besonders beschäftigen.  Zum Thema Barrierefreiheit sei festzustelle, dass die Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen gut erreichbar seien. „Probleme werden auf dem kurzen  Dienstweg gelöst“, berichteten die Fachkräfte für berufliche Integration Ulrike Jakobi und Andreas Tripp .  Einer der Mitarbeiter habe sich in der Bäckerei beschwert, dass er diese nicht befahren könne, wenige Tage später sei dort eine Rampe angebracht worden. Einen Wunsch hätten sie an die Gemeinde. Die Gruppe gehe sehr gern kegeln, aber leider sei die Kegelbahn im Bürgerhaus für die Rollstuhlfahrer nicht erreichbar.

Im Anschluss überreichte Friedhelm Jakobi einen Zuschuss zu der jährlich stattfindenden Theaterfahrt der Werkstatt.

 
 

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